Sehenswürdigkeiten in Los Realejos

KIRCHE DES APOSTELS SANTIAGO

Nach Ende der Eroberung und da sie Gott angeboten hatten, eine Kirche unter der Invokation des Apostels Santiago zu errichten, zum Andenken an die Kapitulation des Menceys Bencomo (Guanchenkönig der den Widerstand gegen die spanischen Truppen anführte und zwar im letzten Gebiet, wo sich die Ureinwohner der Insel zurück gezogen hatten), die am 25. Juli 1496 errungen wurde, begannen sehr bald mit dem Bau dieser Kirche und machten sich mit „der Pracht, die das Zeitalter und die Zeit gestatteten“.

Auf diese Weise konnte der erste Christentempel, den es auf Teneriffa gab, gesegnet werden, die heutige Kirche des Apostels Santiago in Realejo Alto, in deren unbearbeitetem Taufbecken und laut einer sehr alten Tradition, die von dem Poeten Antonio de Viana und den Historikern Juan Núñez de la Peña und José de Viera und Clavijo, die neun tapferen Guanchenkönige, sowie weitere berühmte Ureinwohner getauft wurden.

Der empfohlene Besuch der Gemeinde Los Realejos beginnt an der Kirche des Apostels Santiago, die sich dort befindet wo die Avenida de Los Remedios mit der Calle El Medio de Arriba zusammentrifft. Die Kirche wurde 1983 zum Historischen Nationalmonument erklärt und beherbergt unter ihren wertvollen Kunstschätzen das älteste bewahrte Stück im Orotavatal, das „Triptychon von Santiago“, ein flämisches Werk das aus dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts stammt und dem Meister Delft zugeschrieben wird.

Ausgehend von einem ersten Gebäude, das von einem einfachen Strohdach bedeckt war, ging man dazu über einen Tempel mit drei Kirchenschiffen zu errichten, wobei das Zentralschiff von Juan Benítez in der ersten Dekade des 17. Jahrhunderts geschaffen wurde.Die grosse Kapelle wurde gegen 1667 vollendet, wobei Manuel Penedo der Entwerfer der Bögen war. Die nächsten Teile der Kirche wurden in aufeinander folgenden Etappen gebaut und etwa um 1730 abgeschlossen. Vierzig Jahre später errichtete man den Turm, der von einem spitz zulaufenden Turmhelm gekrönt wurde und der im Laufe der Jahre zu einem wahrhaften Symbol der Gemeinde wurde.

In ihrem Inneren können wir verschiedene Kunstwerke sowohl von einheimischen als auch ausländischen Werkstätten betrachten. So können wir ausser dem schon erwähnten Triptychon von Santiago, die Gemäldegruppen von El Nazareno, La Misericordia, Nuestra Señora de Los Remedios oder die von Santa Bárbara u.a. hervorheben, sowie Malereien, Schnitzereien und Bilder von Prozessionen und auch Schmiedearbeiten, unter denen das filigrane Kreuz von 1677 hervorsticht.

Ebenfalls sollte man die drei Portale aus Stein hervorheben, das Hauptportal das aus der primitiven Werkstatt der Renaissance-Zeit stammt. Das Portal an der Südseite, das von Manuel Penedo 1627 geschaffen wurde und das der Nordseite, das den Homonymen von der benachbarten Kirche Nuestra Señora de La Concepción in Realejo Bajo ähnelt und klassizistischen Einflüsse aufweist.

Gegenüber der Kirche, die vom Platz der Viera y Clavijo gewidmet ist, umgeben wird, befindet sich das Gebäude das bis vor einigen Jahren als Sitz des Rathauses diente und das heute die Gemeindebibliothek beherbergt.

 

 

VERHERRLICHUNG DES KREUZES

Wenn wir dieses Gebäude hinter uns lassen, stossen wir auf die Strasse El Medio de Arriba, die noch eine grosse Anzahl an einfachen Häusern bewahrt hat. Diese Strasse zusammen mit der benachbarten Strasse El Sol, sind berühmt für die Feiern vom 3.Mai zu Ehren des Kreuzes, Feierlichkeiten die man in der gesamten Gemeinde begeht und die auf ganz besondere Art im Ortsteil von La Cruz Santa auffallen.

Heute gibt es in Los Realejos circa dreihundert Stück dieses christlichen Symbols, die in Kapellen, Kirchen, privaten Häusern, an Strassenenden, Felsvorsprüngen oder steilen Felsen im Meer oder in den Bergen angebracht sind, an Serpentinenstrassen, alten Gehwegen, Aussichtspunkten oder einfach in den Boden gehauen, und die Zeichen der Identität der Kleinstadt sind.

Die Blumenverzierungen sind ein wesentlicher Teil der Feierlichkeit dieses besonderen Tages des 3.Mai. Kapellen, Ermitas und Wandkreuze, unabhängig von ihrer Lage, strahlen bei Tagesbeginn in ihrem schönsten Gewand an diesem Tag.

Nach der Dämmerung findet das grandiose Feuerwerk statt, das wie ein Wettstreit zwischen beiden Strassen erscheint und das als eines der grössten und bedeutendsten Europas gilt, fähig für etwa drei Stunden Tausende von Besuchern und Touristen zu vereinen, die von überall her kommen und sich an den Aussichtspunkten, Landstrassen, Gehsteigen, Plätzen und sonstigen Ecken der Gemeinde einfinden. Einige Fachleute bekunden, dass dieser „Wettstreit“ auf das Jahr 1770 zurück geht und auf die Existenz zweier sehr verschiedener sozialer Klassen: den Besitzern der Böden wo die Strasse El Medio verlief und den Hausbesitzern und Kleinbauern der Strasse El Sol.

In der Mitte der Strasse El Medio finden wir ein Kreuz dass nach Lance und Icod el Alto führt. Ein mystischer Ort, von dem aus sich der Guanchenkönig Bentor in die Tiefe stürzte um zu vermeiden sich den Spaniern übergeben zu müssen, als die Eroberung der Insel ihrem Ende zuging. Aus diesem Grunde gibt es eine Skulptur ihm zu Ehren, die am Aussichtspunkt Mirador del Lance steht und von wo aus man ausserdem eine spektakulare Aussicht über das Orotavatal geniessen kann.

Zu diesem Kreuz zurückkehrend, auf der Strasse die Travesía El Pino genannt wird, stossen wir auf ein paar Exemplare von Barbuzanos und hundertjährigen Kiefern, die ihre Pracht all denen zeigen, die an ihnen vorbei kommen.

 

 

DRACHENBAUM SAN FRANCISCO

Nachfolgend, nach einem unterhaltsamen Spaziergang, führt der Abstieg zu der Strasse Viera y Clavijo, die so genannt wird weil dort in der Nummer 101 der berühmte Poligraph geboren wurde. Der Weg bis zum Drago de San Francisco ist kurz. Wir stossen auf den Friedhof San Francisco de Asís, der sich auf dem Boden des ehemaligen Franziskanerklosters Santa Lucía befindet, das zu Beginn des 17. Jahrhunderts gebaut wurde und 1865 vom Feuer zerstört wurde. Zwischen seinen Mauern erhebt sich die alte Steintür von jenem Kloster der Mönche.

Auf einer Anhöhe gelegen wo die Strassen del Medio und Cruz Verde zusammenlaufen, ist der Drachenbaum San Francisco nach dem von Icod de los Vinos, der schönste der Inseln.Über ihn haben Reisende und Schriftsteller anderer Zeitepochen gesagt, dass „sein Aussehen seltsam ist, man könnte meinen dass er wie ein riesiger Kandelaber aussieht, der einen Wald aus Yukkapflanzen trägt. Es ist sicherlich eine der seltsamsten Pflanzen die es gibt und viele haben geglaubt unter ihm das Bild des Drachen aus dem Fabel zu sehen, dem Hüter der goldenen Äpfel des Gartens der Hesperiden.“ Von den Gärten aus die dieses wunderbare Exemplar umgeben, enttäuscht der Ausblick nie. Auf einer Seite ein Teil der Gemeinde Los Realejos und der Nachbarort Puerto de la Cruz, auf der anderen Seite die Berge und der Berghang von Tigaiga, der mit dem Ende der Schlucht ausläuft.

 

 

DIE HACIENDA DE LOS PRINCIPES

Der Weg der danach kommt, geht die Strasse Calle del Medio hinab, die ziemlich steil ist und von dort aus, links, sieht man eine enge Strasse die Manuel Hernández Linares gewidmet ist. Wenn sie ganz durchlaufen ist und man sich nach rechts dreht, sehen wir die Hauptfassade der Hacienda de los Principes, ein Landgut mit mehr als 200 fanegadas (altes Flächenmass) und mit eigenem Wasser, das sich Alonso Fernández de Lugo für sich selbst im Zentrum von Los Realejos reservierte, im „Campo del Rey“, mit dem die fruchtbaren Besitztümer des Guanchenkönigs Bencomo bezeichnet wurden und die angrenzendes Land mit einbezog, vom Meer bis zu den Bergen, zwischen den Schluchten von Godínez und La Azadilla, ausgedehnte Flächen auf denen er sein Majoratsgut 1512 errichtete, mit der Genehmigung der Königin Juana die 1. von Kastilien.

Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Hauses und der Zuckerfabrik der Hacienda, begünstigte den Zulauf von Fremden, die als erste Bewohner ihre Häuser bauten und den ersten Stadtkern in diesem Gebiet schufen. Verschiedene Formen der Pacht folgen aufeinander im Laufe des Jahrhunderts, bis zu Beginn des 17.Jahrhunderts endgültig das Zuckerrohr durch Weinreben ersetzt wird.

Heute ist es ein symbolträchtiges Gebäude, dessen Gärten in der Vergangenheit die Bewunderung der Reisenden auf sich zog. Sein Zugang erfolgt über ein verzinntes Tor am Anfang der Strasse Los Molinos. Die Hauptfassade hat eine Galerie mit Balkonen im zweiten Stock. Von der einfachen Herkunft gibt es kaum noch Spuren und Überreste. Das Haupthaus besass ausser dem Balkon mit Blick auf den Weg von Tigaiga, zwei Aussichtspunkte.

 

 

DIE KAPELLE VON SAN SEBASTIAN

Neben der Hacienda befindet sich die Ermita de San Sebastian, mit einer grauen Steintür, einer einfachen Deckentafelung und einem Glockenturm auf der linken Seite. Sie wurde auf einem Grundstück errichtet, das von dem Verwalter Alejandro Orea zugestanden wurde, nach dem Jahre 1733 und verbrannte im Jahre 1885, obwohl sie später wieder aufgebaut werden konnte. In ihr wird das Bild von San Sebastian verehrt.

 

KIRCHE LA CONCEPCION

Wir befinden uns inmitten des historischen Zentrums von Realejo Bajo und es ist immer empfehlenswert seine engen Gassen zu besuchen, die voller Überraschungen und hübscher Dinge sind. Die Häuser der Strasse La Acequia oder der Strasse Toste zu entdecken oder das Pfarrhaus betrachten zu können, das sich in der Strasse Cantillo de Abajo befindet, ist immer lohnenswert. Beim Abstieg der Strasse Guillermo Camacho und Pérez Galdós, erscheint der Platz auf dem die Kirche Iglesia de la Concepción steht, die zweitwichtigste der Gemeinde.

Eine alte Kapelle die Nuestra Señora gewidmet ist und im 16. Jahrhundert erbaut wurde, war der Grundstein für die heutige Kirche mit drei Kirchenschiffen. Ihre letzte Bauetappe fand zwischen 1697 und 1701 statt. Ein Brand der sich 1978 ereignete, zerstörte das ganze Gebäude, wobei auf immer ihre schönen Deckentafelungen maurischer Herkunft, barocke und neuklassizistische Retabel, wie das der Nuestra Señora del Rosario, Skulpturen verschiedener Schulen, wie die Nuestra Señora de la Candelaria von Martínez Montañés, oder die Nuestra Señora de los Afligidos, die Martín de Andújar zugeschrieben wird, sowie die Gemälde die an den Pinselstrich des kanarischen Malers Hernández de Quintana erinnerten (+1725), unter denen wir das Bild von Ánimas hervorheben, das auf dem Altar zusammen mit der Schnitzerei des San Miguel Arcángel (16. Jahrhundert) stand.

Es konnten zwei Marienbilder gerettet werden, das der Nuestra Señora del Rosario und La Dolorosa. Die erste ist wahrscheinlich aus der Werkstatt von Pereira, Bildhauer aus Madrid des 17. Jahrhunderts. La Dolorosa, vielleicht ein Werk von Rodríguez de la Oliva (+1777), war Teil des El Calvario, der sich im Kirchenschiff des Evangeliums befand. Auch die Schmiedearbeiten die vor dem Brand gerettet werden konnten, sind von Bedeutung, unter denen wir die franziskanische Custodia aus vergoldetem Silber hervorheben, das aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt, und das Prozessionskreuz, das 1563 von Francisco de Soto geschaffen wurde. Der erwähnte Brand hatte keine ernsten Folgen für die Steintüren, wobei die seitliche einen klassischen Giebel auf Pfeilern zeigt, die denen des portugiesischen Steinmetzes ähnlich sind. Die Tür, die zum Kirchenschiff des Evangeliums gehört, hat in ihrem oberen Teil zwei Reliefbüsten, in denen sich jeweils ein Steinmedallon befindet, die laut Tradition Alonso Fernández de Lugo und den Guanchenkönig Bencomo darstellen. Die kleine gotische Tür mit dem konischen Bogen, der zur ehemaligen Sakristei gehörte, ist interessant.

Der Turm, der an der Hauptfassade hochragte, wurde auf die Südseite des Gebäudes nach seiner Restauration verlegt. Sie wurde wieder als Kultstätte im Jahre 1993 geöffnet. Derzeit ist sie Objekt eines Programms zur Reproduktion von Bildern und Retabeln.

Die Freitreppen, die sich auf der linken Seite des Platzes befinden, wurden im 16. Jahrhundert konstruiert und führen zu den Gärten wo sich zwei wunderbare Exemplare des Drachenbaumes befinden, die aufgrund ihrer grossen Ähnlichkeit „Zwillingsdrachenbäume“ genannt werden. Wenn man dann wieder auf der Strasse ist, muss man rechts abbiegen, um auf der Strasse La Alhóndiga weiterzugehen.

 

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