ROUTE DER WASSERMÜHLEN
Diese Strecke, die in der sogenannten Villa de Arriba (Obere Ortschaft) beginnt, wird volkstümlich als "Route der Wassermühlen" bezeichnet, denn dort stehen neun Wassermühlen, die in dem 17. Und 18. Jahrhundert errichtet wurden. Bei einigen davon sind noch die alten Ausmauerungen der Kanäle zu sehen, in denen das Wasser floss.
Bereits der Historiker Viera y Clavijo berichtete darüber. Eine der drei Mühlen, die heute noch, unter Verwendung von Strom, in Betrieb sind, befindet sich in der Straße Colegio Nr. 3; das ist die Mühle von La Máquina, wo sehr beliebter Gofio (geröstetes Mehl) und Frangollo (mit Maismehl und Kleie) hergestellt wird.

HAUS VON LERCARO / HAUS VON MONTEVERDE
Das große Haus aus dem 16. und 17. Jahrhundert wird von vielen als das repräsentativste der traditionellen kanarischen Architektur angesehen. Es zeichnet sich durch die barocke Holzdekoration, vor allem an den Balkons, aus.
Im Innern ist eine Skulpturengruppe namens Adoración de Los Pastores (Schule von Genua des 17. Jahrhunderts) zu finden.
HAUS VON MONTEVERDE
Dieses Gebäude des 17. Jahrhunderts, im Stil der Früh-Renaissance, steht in der Nähe der Kirche von La Concepción. Es verfügt über einen interessanten Innenhof mit Säulen, die korinthische Kapitelle haben.
Vor dem Haus begann im Jahre 1847 die Anfertigung der berühmten Blumenteppiche, auf die glückliche Initiative von Leonor del Castillo Monteverde hin. Eine Gedenktafel neben dem Portal erinnert an dieses Geschehnis.

MUTTERKIRCHE VON LA CONCEPCIÓN
Die Kirche von La Concepción ist wahrscheinlich das beste Beispiel des Barocks auf der Gesamtheit der Kanarischen Inseln. Ihre Fassade besteht aus drei Mauerseiten; die in der Mitte, etwas vorgerückte, entspricht dem Portal. Ihre reiche Verzierung ist der Ausdruck des komplettestes Quadersteinwerks aus der Barockzeit auf dem Kanarischen Archipel. Es wurde von dem Künstler aus La Orotava, Patricio José García, angefertigt. Dieser drückte dabei durch Symbole die enge Bande aus, die zwischen den Kanarischen Insel und Amerika existierten.
Der Ursprung dieses Tempels geht auf das Jahr 1516 zurück; damals wurde dort eine später mehrmals erweiterter Wallfahrtskapelle errichtet, in der, am 22. Juni 1516, die Feste gelegentlich der Thronbesteigung von Karl V., begangen wurden. Die schrecklichen Erdbeben von 1704 und 1705, die der Vulkan von Güimar auslöste, ließen sie jedoch gegen 1758 total baufällig werden.
Die Arbeiten für den heutigen Bau begannen 1768 und endeten 1788. Dafür standen beträchtliche finanzielle Beihilfen seitens der Auswanderer, vor allem der in Kuba ansässigen, die Indianer genannt wurden, zur Verfügung. Seit dem 18. Juni 1948 ist der Tempel nationales historisches und künstlerisches Monument.
Die beiden 24 Meter hohen Glockentürme sind im Verhältnis zu den lateralen Seiten der Fassade etwas zurückgezogen. Auffallend ist das glanzvolle Kuppelgewölbe, das eine Struktur mit 16 Flächen aufweist – es vermittelt den Eindruck, oktogonal zu sein, denn es hat 8 Fenster -, auf dem sich wiederum eine Kuppel erhebt, deren Glanzpunkt eine klassizistische Laterne ist.
Im Innenraum werden die drei weit angelegten Schiffe durch solide ionische Säulen abgegrenzt, die von Kapitellen mit korinthischer Struktur gekrönt sind, die alle andersartig verziert sind.
Der Altarraum wird von einem monumentalen Tabernakel beherrscht, das zu den bedeutendsten auf den Kanarischen Inseln zählt. Es handelt sich um ein Werk aus Genua, aus dem Jahr 1823, in Marmor und Jaspis, das aus dem Atelier von Guiseppe Gaggini (1791-1867) stammt. Die Kanzel, aus den gleichen Materialien, wurde in derselben Werkstatt angefertigt.
Unter den sechs Retabeln, die es in der Kirche gibt, verdient das von La Concepción ganz besondere Aufmerksamkeit. Es ist ein Werk von Francisco Acosta Granadilla, das sich am Kopfende des Schiffs des Evangeliums befindet, und der vorhergehenden Konstruktion angehörte. Das Bildnis von La Inmaculada Concepción ist eine italienische Arbeit von Angelo Olivari (erste Hälfte des 19. Jahrhunderts).
In der Kapelle, welche das Schiff der Epistel schließt, ist das Bildnis des Retabels von El Señor Predicador zu finden, das 1667 von Blas García Pulido ausgearbeitet wurde.
Weitere erwähnenswerte Bildnisse sind:
San Juan Evangelista, María Magdalena und eine Dolorosa von Luján Pérez
San Pedro Apóstol, eines der Meisterwerke des Bildschnitzers aus La Orotava, Fernando Estévez.
Unter den Malereien ragen vor allem die Ölgemälde hervor:
Entierro de Cristo und Ecce Homo, manieristische Werke aus dem 16. Jahrhundert, von Cristóbal Ramírez, die in der Sakristei zu sehen sind
La Inmaculada con San Ignacio de Loyola y San Francisco Javier, von Gaspar de Quevedo, neben dem Taufbecken
Desposorios de La Virgen con San José, des Malers aus La Orotava, Cristóbal Hernández de Quintana, am Fuß des Schiffs der Epistel.
Im Kirchenmuseum wird eine recht vollständige Kollektion von Goldschmiedearbeiten verwahrt, unter denen besondere Aufmerksamkeit verdienen:
Die Monstranz im gotischen Stil, aus der Zeit Emanuels I., vom Beginn des 16. Jahrhunderts
Die Sänfte mit Baldachin für die Fronleichnamsprozession, ein Werk von Damián de Castro
Die gegen 1768 in Córdoba auf Auftrag des Bischofs der Kanarischen Inseln Francisco Xavier Delgado Venegas hin, ebenfalls von Damián de Castro, angefertigte Monstranz im Rokokostil.
Das Dominikanerkloster von San Benito Abad, aus dem 17. Jahrhundert, wurde auf dem Grundstück errichtet, wo zuvor die Wallfahrtskapelle von San Benito stand. Sein Grundriss hat die Form eines lateinischen Kreuzes, und zeigt merkliche Einflüsse des Mudejars.
An der Fassade der Kirche sind die Symbole der Dominikaner zu beobachten, konkret der Hund mit einer Fackel und die Weltkugel. Im Innenraum ragen der hohe Chor, mit einer der reichsten Holzverzierungen der Kanarischen Inseln, und das Tafelbild aus Öl der Jungfrau von La Consolación, ein flämisches Werk der Schule von Antwerpen aus dem 16. Jahrhundert, hervor.
EHEMALIGES KLOSTER VON SAN BENITO ABAD: Museum für Iberoamerikanisches Kunsthandwerk
Neben der Kirche von Santo Domingo befindet sich das vor kurzem restaurierte ehemalige Kloster der Dominikanerinnen, in dem das Museum für Iberoamerikanisches Kunsthandwerk untergebracht ist. Auf seine zwei Stockwerke verteilt sind fünf Säle, in denen nur ein Teil seiner vielen Schätze ausgestellt ist: Musikinstrumente, mit der Hand angefertigte Textilien, Keramik und volkstümliche Kunst aus Amerika und den Philippinen.
Das Museum verwahrt einen Teil der Textilkollektion "García Cabrejo", zu der Objekte aus dem 15. Jahrhundert gehören, und über sieben tausend Keramikgegenstände, die von dem Institut für Iberoamerikanische Kooperation kommen.
Wenn man die Säle durchschreitet, kann man sehr gut die ganze Schönheit des Klosters bewundern, das in der zweiten Etage eine wunderbare Kassettendecke aufweist, und über einen Kreuzgang mit interessanter Balkonreihe auf eleganten toskanischen Säulen verfügt.

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